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COPD und Sauerstoffgabe im Notfall

FAQ: COPD und Sauerstoffgabe im Notfall



Frage:

Noch immer wird auf vielen Rettungsdienstschulen gelehrt: "Asthmatiker dürfen
nicht mehr als 2 Liter O2 bekommen".
In der Praxis heißt es dann eher: "Jeder bekommt im Notfall soviel O2, wie
er braucht." Doch im Enddefekt wird wenig über COPD gelehrt.

Um in Zukunft besser mit Fragen zu diesem Thema umgehen zu können, würde
ich mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten:

- Ist bei allen COPD-Patienten die Gefahr gegeben, dass bei Sauerstoffgabe
der Atemanreiz ausbleibt? Wie häufig kommt so etwas wirklich vor?

- Sind COPD-Patienten über die "Unverträglichkeit" hoher O2-Dosen informiert?

Ich würde mich sehr über Ihre Hilfe freuen!

Antwort:

1. Grundsätzlich ist schon die Gefahr gegeben, dass durch eine zu hohe Sauerstoffdosis der Atemreiz abnimmt. In der Praxis spielt das aber - vor allem eben im Notfall - keine so gravierende Rolle. Der Patient - der zwar schwere Atemnot hat aber eben keinen Asthma-Anfall, und das ist in der Praxis schon etwas anderes - ist vor allem durch den akuten Sauerstoffmangel stark gefährdet, stärker meist noch als der Asthmatiker.
Deshalb ist die Sauerstoffgabe hier fast noch wichtiger - und zwar so viel, wie notwendig, um eine sichtbare Besserung herbeizuführen (diese kann man am besten an der Hautfarbe beurteilen).
Man muss dabei berücksichtigen, dass Sauerstoffgabe an sich nicht atemwegserweiternd wirkt: deswegen wird v.a. asthmatische Atemnot nicht unbedingt besser. Bei COPD/Emphysem allerdings verbessert sich durch die Erleichterung und Besserung des Allgemeinbefindens oft auch die Atemnot ein wenig. Eine schnelle und eindrucksvolle Besserung gibt es bei COPD-Patienten allerdings fast nie. Das hängt mit der ganzen Krankheitssituation zusammen.
Wenn ein Patienten dann schläfrig wird, kaum noch ansprechbar und auffällig ruhig atmet, dann kann der Sauerstoff(O2) zu hoch eingestellt sein, d.h. das Kohlendioxid im Blut (CO2) wird zu hoch, es tritt eine sog. Kohlendioxid-Narkose ein. Die O2-Rate muss dann gesenkt werden. Dadurch kann man allerdings schnell in eine "Zwickmühle" geraten: Man kann dem Erstickenden nicht mehr die Sauerstoffdosis geben, die er eigentlich braucht! Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist meist die Beatmung.
Grundsätzlich muss also ein COPD-Patient mit Sauerstoffgabe wegen schwerer Atemnot sorgfältig beobachtet werden.

2. COPD-Patienten mit Sauerstofflangzeittherapie (LOT) sollten schon darüber Bescheid wissen, dass sie die Sauerstoff-Flussrate (also 1l/min, 2l/min …) nicht eigenmächtig hoch stellen dürfen (vor allem nicht über Nacht, wenn man selbst keine ausreichende Kontrolle über die Auswirkungen hat!).
Wenn es ihnen subjektiv schlecht geht, dürfen sie dagegen schon kurzfristig (z.B. 30 Minuten) mal den Sauerstoff etwas hochdrehen (um 1 - 2 Liter/Minute).


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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 09.05.2009 13:19