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Retinsäure- und Stammzellforschung

FAQ: Retinsäure- (ATRA) und Stammzellforschung


Frage: Es wird in letzter Zeit viel über Retinsäure und Stammzellenforschung berichtet - was kann man sich davon erwarten ?
Antwort: Vielen Dank für Ihr Interesse an dieser speziellen Thematik, die bei all den aktuellen medienpolitischen Ereignissen fast schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Folgendes moechte ich Ihnen in Bezug auf Ihre 2 Fragen antworten:

1. Studie an der Uni in LA mit all-trans Retinsäure. Bei Ratten soll sich das Lungengewebe restlos regeneriert haben. Für weitere Studien an Menschen sind gerade weitere Mittel gewährt worden. Gibt es solche Studien auch in Deutschland bzw. in Europa.?

zu 1) Es gilt hier zu sagen, dass zwar quantitativ das Lungengewebe vollständig wieder hergestellt worden sein mag, aber es kommt eben (und gerade beim Lungengewebe) auch auf die Qualität drauf an - hier besteht nämlich ein wichtiger Schichtaufbau, der gewaehrleistet werden muss, damit das Lungengewebe richtig funktioniert (z.B.-Gasaustausch). Es ist schon seit einigen Jahren bekannt, dass Retinsäure-Abkömmlinge sogenannte Differenzierungen in den Zellen aufheben oder setzen können. Auf deutsch: Zellwuchs/-teilung ermöglichen oder verhindern. Dies schafft dieser Stoff durch Aktivierung sogenannter Protoonkogene -d.h. Gene, die potentiell Krebs (=Wachstum) verursachen können. Warum Krebs ? Krebs ist ja nichts anderes als unkontrolliertes Zellwachstum. Nun, warum hole ich so weit aus ? Ich moechte Ihnen klar machen, dass der Schritt von der Ratte zum Menschen noch enorm sein kann, denn an der Ratte kann unkontrolliert wachsendes Gewebe toleriert werden - am Menschen nicht ! Das muss allerdings erst einmal gewaehrleistet werden - die Qualität muss also stimmen ! In Deutschland sind meineserachtens nach solche Studien derzeit noch nicht geplant und auch ethisch meiner Meinung nach noch bedenklich (Meinung des Authors !!!). Wir werden Sie jedoch, sobald sich etwas in dieser Angelegenheit verädert, sofort unterrichten !

2. An der Uni Düsseldorf sind einem Herzinfarktpatienten eigene Stammzellen aus dem Rückenmark in das Herz gespritzt worden - angeblich mit gutem Erfolg. Gibt es solche Sudien auch an Lungengewebe ? - oder kann man dies völlig ausschliessen?

zu 2) Diese Studie wurde mit grossem weltweiten Interesse verfolgt, da dies auch ein Ansatz ist, der erstens in Deutschland sehr weit getrieben wurde (sogenannte adulte Stammzellen) und auch schon an der HNO-Fakultaet der Uni Leipzig und anderen Fakultäten (z.B. Uni Freiburg) zu erstaunlichen Ergebnissen (i.S. von Gewebezüchtung) geführt hat. Dass jedoch an Menschen diese Versuche durchgeführt wurden - und dies auch mit Erfolg - ist erstmals in der Kardiologie in Duesseldorf geschehen. Wichtig ist hier erst einmal von Einzelergebnissen auf die Gesamtheit und deren Ansprechen schliessen zu können. Dann kann von einem Erfolg gesprochen werden. In der Lungenheilkunde sind mir allerdings auch mit adulten Stammzellen in Deutschland nach Absprache mit Pneumologen keine solchen oder ähnlichen Studien bekannt, werden aber nach diesem Erfolg gewiss nicht lange auf sich warten lassen. Der Unterschied zwischen adulten und embryonalen Stammzellen sei noch einmal kurz erwähnt:
adulte Stammzellen werden aus dem Gewebe des patienteneigenen Körpers gewonnen, bei dem schon differenziertes Gewebe vorliegt (z.B. Haut, Knochen,....), während embryonale Stammzellen aus undifferenziertem Gewebe von Embryos oder aus der Nabelschnur oder ähnlichem Gewebe gewonnen werden. Beide Stammzellarten können gewisse Wachstumsfunktionen übernehmen und neue Gewebe ausbilden.



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12.12.2001
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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.09.2005 20:24