Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Bronchoskopie
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Die Bronchoskopie - oder die Spiegelung der Atemwege,
eine "überhaupt nicht geliebte" Untersuchungsmethode


Wenn wir unsere Patienten fragen würden, welche aller Untersuchungen sie am meisten fürchten, dann wäre das unzweifelhaft die Bronchoskopie, also die Spiegelung der Atemwege.
Das ist sicherlich auch verständlich: Ein unbekannter Gegenstand, in unseren Körper eingeführt, wir selbst liegen mehr oder weniger hilflos da, wir wissen nicht, ob es weh tut oder sonstwie unangenehm ist, wir wissen nicht, ob ein für uns schlimmes Ergebnis dabei herauskommt - da kann schon ein ungutes Gefühl aufkommen!
Andererseits - wer diese Untersuchung schon bei sich hat durchführen lassen, weiß, dass es letztlich gar nicht so schlimm ist (auch der Autor dieser Zeilen hat sich dieser Prozedur unterworfen, er weiß also, wovon er spricht!).

Man muss natürlich auch bedenken, warum so eine Untersuchung durchgeführt wird: Aus "Spass an der Freude" tut man es ja nun nicht gerade!
Allgemein gesagt, macht man diese Untersuchung dann, wenn man mit den anderen vorher beschriebenen Untersuchungsmethoden nicht recht weiterkommt - oder wenn der Verdacht auf eine schlimmere Krankheit, also z.B. eine Krebserkrankung besteht.
Es ist also nicht gerade eine Alltags- und Routinetechnik. Wenn es um eine ernstere Frage geht, ist es allerdings auch eine der besten und wichtigsten Untersuchungen, die wir haben. Deshalb empfehlen wir Ihnen bei aller verständlichen Skepsis, Ihre Zustimmung zur Untersuchung zu geben, wenn Ihnen Ihr Arzt das vorschlägt. Es kann viel daran hängen, und eine Ablehnung könnten Sie unter Umständen später bitter bereuen.

Es geht aber glücklicherweise nicht immer nur um ganz schlimme Dinge. Oft ist es einfach eine wertvolle Hilfe für eine bessere Behandlung Ihrer Erkrankung, wenn man die genauen Verhältnisse in den Atemwegen kennt. Sie selbst können unter Umständen (sprechen sie vorher mit dem Arzt darüber) einen Blick in Ihre Bronchien werfen, sehen, was passiert wenn Sie schnell ausatmen oder husten, erkennen wie sich die Situation (nämlich der Kollaps der Atemwege und das Mobilisieren, also Bewegen, des oft zähen Schleimes) bessert, wenn Sie beispielsweise die Lippenbremse einsetzen. Wie läuft die Untersuchung ab?
Am Untersuchungstag sollen Sie nüchtern bleiben, wichtige Medikamente sollten allerdings mit wenig Flüssigkeit eingenommen werden. Direkt vor der Untersuchung wird die Schleimhaut von Nase, Rachen und Kehlkopf durch die Inhalation bzw. das Einsprühen eines Lokalbetäubungsmittels unempfindlicher gemacht.
Der Arzt schiebt dann das höchstens bleistiftdicke, biegsame Gerät durch Nase oder Mund in Ihren Kehlkopf, durch die Luftröhre und in die großen und mittleren Bronchien. Das hört sich alles schlimmer an als es ist!

Nun kann der Untersucher in Ruhe die Atemwege, die Schleimhäute und die Schleimbild beurteilen, er kann Sekret absaugen und zur Untersuchung schicken, kann sich ein Bild über den ordnungsgemäßen Verlauf der Bronchialaufteilungen machen, sehen ob die Atemwege (wie dies beim Emphysem typisch ist) bei der Ausatmung kollabieren, also zusammenklappen. Im Zweifelsfall kann er eine kleine Gewebeprobe entnehmen (keine Angst, das tut nicht weh!), die man dann in einem Speziallabor untersuchen lässt. Die ganz Untersuchung dauert ungefähr 15-20 Minuten. EKG und Sauerstoffgehalt des Blutes werden ständig überwacht, aus Sicherheitsgründen legt man vor der Untersuchung auch eine Nadel, die man danach (fast immer unbenutzt) wieder herausziehen kann. Sauerstoff und Notfallmedikamente sind immer greifbar, auch wenn man so etwas nur in den allerseltensten Fällen braucht. Am häufigsten gibt es - vor allem bei Atemwegskranken - kleinere Probleme mit Hustenreiz, ansonsten sind bei einem geübten Untersucher eigentlich keine größeren Komplikationen zu befürchten.

Das war's dann auch meistens schon. Das Bronchoskop wird vorsichtig wieder aus den Atemwegen gezogen, man wirft nochmal einen Blick auf die Verhältnisse im Kehlkopf, den man ja sonst wegen seiner Lage nicht direkt zu sehen bekommt. Nach der Untersuchung sollte man eine Stunde nichts essen und trinken. Der Arzt wird normalerweise den Befund gleich mit dem Patienten besprechen. Bei sehr aufgeregten Patienten kann man eine kleine Beruhigungsspritze vor der Untersuchung geben.
Wenn man bedenkt, dass diese Untersuchung schon viele Leben gerettet hat, dann sind die Belästigungen, die dadurch entstehen gering im Vergleich zum Nutzen.

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(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:08