Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Homöostase
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Die Homöostase, ein interessanter Aspekt der Physiologie


Ein furchtbares Wort! Aber lassen Sie uns etwas dahinter schauen - es ist gar nicht uninteressant.


Die Homöostase ist wichtig für die Steuerung der menschlichen Atmung: Es ist klar, daß je nach Bedarf die Atmung sehr unterschiedlich abläuft: Schlaf oder Wachsein, Ruhe oder leichte Anstrengung, mittlere oder schwere körperliche Belastung, Atmung in der sauerstoffreichen Luft der Ebenen oder in der dünnen Luft der Berge - das sind große Unterschiede, auf die der Körper reagieren muß. Wichtigste Bedingung dabei ist, daß bestimmte Werte im Blut konstant gehalten werden.
Dafür gibt es im Blutstrom an verschiedenen Stellen unterschiedlich konstruierte Meßfühler, die die jeweiligen Meßwerte an Steuerzentren auf niederer Ebene (z.B. im Rückenmark) und im Gehirn melden. Von da aus wird in einem sehr komplizierten Geflecht an Regelmechanismen die Atmung den Anforderungen so angepaßt, daß tatsächlich im Blut konstante Verhältnisse herrschen.

Hier werden vor allem Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt und der sogenannte pH, also der (chemische) Säuregrad des Blutes registriert und gemeldet. Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, muß verstärkt geatmet werden. Das gleiche passiert, wenn der Kohlendioxidgehalt im Blut ansteigt. Zu hoher Sauerstoff- und zu niedriger Kohlendioxidgehalt führen dagegen zu einer Drosselung der Atemtätigkeit. Sehr empfindlich reagiert der Körper auf eine Zunahme des Säuregehaltes im Blut.
Dies kann sowohl durch die Atmung als auch durch den Stoffwechsel bedingt sein. Zum Beispiel führt eine zu schwache Atmung (z.B. bei körperlicher Anstrengung) zu einem Ansteigen des Kohlensäuregehaltes: das Blut wird sauer. Entsprechend steigert der Körper die Atmung, um das wieder auszugleichen.


Gleichzeitig entsteht bei verstärker Muskelanstrengung im Blut Milchsäure (der Verursacher des Muskelkaters!) - dies versucht der Körper ebenfalls durch eine Verstärkung der Atmung auszugleichen.
Einige Worte zur Chemie der Säuren und Basen. Sie alle kennen aus dem Alltag genug Beispiele für Säuren: Zitronensäure, Salzsäure, Essigsäure. Auch unser Magensaft enthält Salzsäure, eine starke Säure. Das chemische Gegenstück zur Säure ist die Base oder Lauge. Vielleicht haben Sie schon einmal aus Versehen Seifenlösung an die Lippen bekommen: es schmeckt seifig. Chemisch gesehen ist das eine Lauge, den eigenartigen Geschmack nennt man basisch. Um den Säure- oder Basengrad zu messen, gibt es den pH-Wert. Zwischen 1 und 6 weist er auf eine Säure hin, 7 ist eine neutrale, nichtsaure und nichtbasische Lösung, zwischen 8 und 14 liegen die Werte für die Laugen.
Im Blut liegt der pH-Normalwert bei 7,4, also im ganz leicht basischen Bereich. Wie wir oben gesehen haben, reagiert der Körper ganz besonders empfindlich auf Übersäuerung, also Absinken des pH-Wertes. Auf chemische Weise und durch Verstärkung der Atmungsaktivität versucht er das sofort auszugleichen. Das konstante Einhalten von Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt sowie des Säure-Basenhaushaltes sind also die wichtigsten Faktoren für die Regulation des Atemvorganges. Egal unter welchen Bedingungen auch immer, in Hitze oder Kälte, bei Ruhe und Anstrengungen, bei Aufregungen, im Schlaf und bei Fieber, immer müssen diese Werte korrigiert und angepaßt werden. Und dies geschieht zum größten Teil über unsere Atmung! Sie sehen also, daß die Atmung außer der reinen Sauerstoffbereitstellung noch andere wichtige Aufgaben hat.
(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:15