Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Blutuntersuchungen
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Blut- und Laboruntersuchungen, die im Rahmen einer Emphysemdiagnostik sinnvoll sind.


Bei der Diagnostik des Lungenemphysems, bzw. im Rahmen von Kontrolluntersuchungen sind einige Blut- und Laborbefunde hilfreich. Die Diagnose eines Emphysems ist aber nicht aus den Blutwerten zu stellen!
Wir listen Ihnen hier kurz auf, welche Laborbefunde im Rahmen der Emphysemdiagnostik interessant sind und was sie zu bedeuten haben.

Wenn ein Patient neu kommt und über Atembeschwerden - vor allem bei körperlichen Belastungen - klagt, wird der Arzt neben anderen Untersuchungen immer auch erst einmal eine Blutabnahme durchführen und dabei bestimmte Werte überprüfen, die bei einem Emphysem verändert sein können. Man nennt dies Screening-Diagnostik und möchte sich damit einen Überblick verschaffen, ob hier z.B. ein Emphysem vorliegen könnte.
Es gibt aber keinen Laborwert, der die Diagnose "Emphysem" erlaubt! Blutwerte stellen bei dieser Erkrankung immer nur Zusatzinformationen dar, wichtiger sind Lungenfunktion und Röntgen.
Als erstes bestimmt man die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BKS oder BSG): Sie wird in mm (nach Westergren) angegeben, z.B. 3/11 mm n.W. Sie gibt einen Hinweis auf Entzündungsprozesse im Körper, ist aber auch bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen stark erhöht.
Wichtig ist auch die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das sog. Differentialblutbild: Auch hier Hinweise auf Entzündungen, beispielsweise durch Infektionen aber auch allergischer Ursache. Normal sind 4000-10000 Leukos/µl (also Millionstel Liter!).
Im Differentialbutbild kann man verschiedene Typen von weißen Blutkörperchen unterscheiden und daraus Rückschlüsse auf die Ursache der Entzündung ziehen.

Interessant ist weiterhin die Eiweißkonzentration im Blut, denn hier kann man Hinweise auf einen eventuell vorhandenen α1-PI-Mangel finden - oder aber Hinweise auf einen Mangel an Immunglobulinen, also Eiweißstoffen, die für die Infektabwehr wichtig sind.
Bei der Eiweißkonzentration ist wichtiger als der Gesamtwert die Aufteilung in die verschiedenen Unterteilungen, die sog. Elektrophorese, weil man dann schon sieht, in welcher Richtung eine Störung zu vermuten ist.
Entscheidend für die Diagnose eines α1-PI-Mangelemphysems ist natürlich der Nachweis von einer zu niedrigen oder u.U. sogar garnicht vorhandenen Blutkonzantration von α1-PI. Einzelheiten hierzu finden Sie im Abschnitt über das Alpha1-PI-Mangelemphysem.
Darüberhinaus gibt es noch einige Blutwerte, die für den Arzt wichtig sind: Der Kaliumgehalt des Blutes (nicht mit Kalzium verwechseln! Das ist wichtig für die Knochen) muss sich in einem bestimmten Bereich befinden, sonst tritt Schwäche der Muskulatur - auch der Herzmuskulatur! - auf: Es kommt zu Müdigkeit, allgemeinem Unwohlsein, eventuell auch Herzrhythmusstörungen. Bedingt sein kann so ein Kaliummangel durch verschiedene Medikamente, insbesondere durch Betasympathikomimetika, Cortison und - die bei Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) und/oder hohem Blutdruck (Hypertonie) oft eingesetzten - Diuretika ("Wassertabletten").
Interessant ist manchmal auch der sog. Theophyllinspiegel: Dabei überprüft man die Konzentration des Medikamentes Theophyllin im Blut, um eine korrekte Therapieeinstellung zu erreichen.
   

 Hier geht es weiter zum Thema Bronchoskopie.

(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:17