Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose:
Details der Lungenfunktion
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Lungenfunktionstests im Detail -
kein Buch mit sieben Siegeln!


Die Ganzkörper- oder Bodyplethysmographie:
Lufu1 bei Asthma

Der blaue und der rote Strich zeigen, wieviel Kraft man beim Ausatmen aufbringen muß: das ist der Atemwegswiderstand. Je enger die Bronchien, umso größer die erforderliche Kraft, umso flacher der Strich.

In diesem Bild zeigen wir die Lungenfunktion eines Asthmapatienten: Zuerst hat er sehr enge Atemwege, der Atemwegswiderstand ist groß, der (blaue) Strich ist flach. Nach Anwendung seines bronchienerweiternden Sprays öffnen sich die Bronchien, er hat praktisch einen Normalbefund, der (rote) Strich ist steil.

Der grüne Strich kann dem Erfahrenen einen Hinweis auf die Überblähung geben, also die überflüssige Luftmenge in der Lunge. Beim Asthma ist sie meist mehr oder weniger normal, der Unterschied zwischen vor und nach Spray ist gering.
Der grüne Strich steht also beide Male ziemlich steil.


Beim Emphysem sieht das anders aus!

Der blaue und der rote Strich liegen immer flach (d.h. nach Anwendung eines bronchienerweiternden Sprays tut sich kaum etwas): der Atemwegswiderstand ist immer groß.

Der grüne Strich ist ebenfalls flach, d.h. die Lunge enthält viel zu viel Luft, sie ist überbläht.

Lufu1 bei Emphysem

Die Spirometrie: Auch hier wieder der Vergleich zwischen Normal, Asthma und Emphysem zur Verdeutlichung

Lufu1 bei Asthma

Bei der Spirometrie (das ist die einfachere Technik) misst man vor allem das gesamte atembare Lungenvolumen und das in einer bestimmten Zeit ausatembare Volumen (1-Sekunden-Wert FEV1, außerdem die Geschwindigkeit des Luftstromes.

 

Das Gesamtvolumen ist natürlich von der Größe des Brustkorbes abhängig. Deswegen wird das FEV1 im Verhältnis zum Gesamtvolumen ausgedrückt: 75% sind ein guter Durchschnittswert.
Das bedeutet: Ich habe 3/4 meiner Luft in 1 Sekunde ausgeatmet. Meine Atemwege sind also frei und offen.
Der Atemfluss, also die Geschwindigkeit des Luftstromes ist dann auch hoch, die Höchstgeschwindigkeit heißt PEF oder Peakflow. Sie können sie auf einfache Weise mit einem Peakflow-Meter selbst messen.
Noch ein paar Worte zu den gezeigten Kurven. Sie messen hier die Geschwindigkeit (oder den Fluss) der geatmeten Luft: Oberhalb des horizontalen Striches Ausatmung, unterhalb die Einatmung. Der Strich selbst bedeutet, es fleißt keine Luft. Sie können erkennen, dass schonim Normalfall Ein- und Ausatmung unterschiedlich verlaufen: Die Einatmung rund und gleichmäßig, die Ausatmung explosiv mit langsamem Abklingen. Von Null nach oben ist höhere also bessere Ausatmungsgeschwindigkeit, von Null nach unten bessere Einatemgeschwindigkeit.
Die höchste Spitze der Ausatmung ist der Peakflow.

Beim Asthma findet man hier ein im VerhØltnis zum Gesamtvolumen VK (oder VC) niedriges FEV1, die Spitze (das entspricht dem Peak Flow) ist relativ niedrig. Nach Inhalation seines bronchienerweiternden Dosieraerosols bessert sich das aber ganz erheblich: Es finden sich jetzt fast oder sogar ganz normale spirometrische Werte.

Beim Emphysem sieht das wieder anders aus!
Das Gesamtvolumen kann durchaus noch recht groß sein, der Peak Flow ist aber sehr niedrig, das FEV1 vor allem im Verhältnis zur VK ebenfalls, denn es fließt einfach nur sehr wenig Luft aus der überblähten Lunge heraus.
Die Form der Ausatemkurve zeigt charakteristischerweise eine tiefe Einbuchtung oder sogar einen Knick, denn die Atemwege kollabieren durch den starken Ausatemdruck sofort nach Beginn der Ausatmung: bronchiale Instabilität, ein typisches Lungenfunktionszeichen beim Emphysem.
Die Kurven vor und nach Spray liegen praktisch übereinander.
In leichterer Ausprägung findet man das allerdings auch beim älteren Menschen ohne Krankheitswert.
Lufu1 bei Emphysem

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(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:18