Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Welche Veränderungen an Aufbau und Funktion der Atmungsorgane finden sich beim Emphysem?


Das Emphysem ist eine chronische Krankheit. D.h., sie ist im strengen Sinn nicht heilbar. Man kann sie behandeln, man kann durch Vermeidung von Ursachen und Auslösefaktoren oft verhindern, dass sie sich verschlechtert, aber man wird sie nie ganz aus der Welt schaffen. Das liegt daran, dass man beim Emphysem Veränderungen in Bronchien und Lunge findet, die auch durch die beste Therapie nicht rückbildungsfähig sind.
Dazu kommt, dass sich ein Emphysem praktisch immer über einen längeren, meist sogar einen sehr langen Zeitraum hin entwickelt, so dass die Krankheitserscheinungen - und damit die Veränderungen an Aufbau und Funktion nicht so schnell auffallen und erkannt werden. Dies sind in erster Linie:

Veränderungen am Aufbau der Atmungsorgane
Das entscheidende ist ein Verlust der oben beschriebenen Bläschenstruktur. Aus vielen Lungenbläschen oder Alveolen werden regelrechte Säcke: Man stelle sich vor - um im oben erwähnten Bild zu bleiben - mit einem glühenden Nagel werden - kleine oder größere - Löcher in den Schwamm gebrannt!
Das ist das typische Bild einer Emphysemlunge: Das Gewebe durchsetzt von zahlreichen Blasen, schlaffen, funktionsuntüchtigen Säcken! Die Erschlaffung der vorher elastischen Wände des Lungenbläschens ist ein weiterer entscheidender Punkt der Entwicklung: Hierdurch verliert das Atmungsorgan seine Elastizität und Dehnbarkeit.
Emphysemlunge
						makroskopisch
Emphysemlunge mikroskopisch Elastizität und Dehnbarkeit sind aber die Voraussetzung für eine ungestörte Atmung. Die bei tiefer Einatmung stark gedehnte Lunge zieht sich beim Nachlassen des Muskelzuges ganz von selbst durch ihre Elastizität wieder zusammen. Das funktioniert nun nicht mehr! Nach der Einatmung bleibt die Lunge groß und gefüllt mit Luft, die Ausatmung wird be- oder sogar verhindert. Die verbrauchte Atemluft verbleibt großteils im Brustkorb, es kann keine neue, frische Luft eingeatmet werden.
Der Mensch befindet sich nun in einem dauernden Einatemzustand. In Ruhe lässt sich das kompensieren, bereits bei kleineren Belastungen aber tritt Kurzatmigkeit, bald auch ein regelrechtes Luftnotgefühl auf (Dyspnoe), das typische Krankheitszeichen eines Lungenemphysems.
Nicht nur das eigentliche Lungengewebe aber ist vom Emphysem betroffen, sondern auch die Atemwege. Auch sie werden im Krankheitsverlauf schlaffer, verlieren ihre "hartgummiartige" Beschaffenheit, verändern sich auch in ihrem Feinbau.
Insgesamt verschlechtern sich durch die beschriebenen Veränderungen
  • sowohl der Atemfluss, also das rhythmische Ein- und Ausströmen der Luft als auch
  • die Aufnahme von Sauerstoff aus den Alveolen in die Kapillaren und - im Gegenzug - die Abgabe von Kohlendioxid aus den Kapillaren in die Alveolen, also die oben beschriebene (Diffusion).

Die Folgen sind:

  • Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Blut,
  • Zunahme des Kohlendioxidgehaltes im Blut.
Atemwegsveränderungen
Der Arzt nennt dies - je nach Schweregrad - respiratorische Partialinsuffizienz oder (bei zu hohem Kohlendioxidgehalt) respiratorische Globalinsuffizienz. Die Folgen für den Kranken sind:
  1. Luftnotgefühl vor allem bei körperlichen Belastungen,
  2. Verschlechterung der Sauerstoffversorgung der Organe mit allen daraus folgenden Problemen:
    • Erschöpfbarkeit, Leistungsverminderung, Verschlechterung des Allgemeinbefindens und des Lebensgefühls usw.,
    • Schlechte Hautdurchblutung mit grau-fahler Hautfarbe bzw. blauen Haut- und Schleimhautverfärbungen (Cyanose),
    • Langfristige Verschlechterung der Herzleistung durch Überlastung und Sauerstoffmangel.
  3. Folgeerscheinungen der Krankheit (soziale Isolation - man kann nicht mehr "mithalten" - Depressionen ...)

Als nächstes stellt sich uns die Frage, welche Ursachen eine derartige Erkrankung haben kann.

(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:21