Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention, Früherkennung (Screening)

Prävention - Früherkennung - Screening-Untersuchungen


Hinter diesen Begriffen finden wir einen ganz wichtigen Aspekt der modernen Medizin - der allerdings gar nicht so modern ist: Vorbeugen ist besser als Heilen - so hat man es früher ausgedrückt! Und wenn man die Krankheit schon nicht verhindern konnte, dann sollte man sie so früh wie möglich erkennen und behandeln, muss man noch hinzufügen…
Wenn diese Thematik auch in anderen Abschnitten unserer Seite immer wieder auftaucht, so wollen wir doch hier einmal eine Zusammenschau der wichtigsten Möglichkeiten anbieten.

Wenn auch der Volksmund schon immer das genannte Sprichwort parat hatte (wenn sich auch die meisten Menschen nicht unbedingt daran gehalten haben!), so war das Hauptziel der "klassischen" Medizin doch immer das Heilen. Erst in den vergangenen Jahrzehnten begriffen die meisten, dass man viele Krankheiten gar nicht richtig heilen kann - und man begann die Möglichkeiten zu erforschen, das Auftreten des Leidens zu vermeiden.

So entstand nach und nach ein eigenener Zweig der Medizin, die Präventivmedizin.
Auch der zweite Gedanke führte zur Entwicklung eines Spezialgebietes: Die Erforschung der Früherkennungsmöglichkeiten von Krankheiten mit Hilfe einfacher, schneller, preiswerter und schonender Untersuchungen - sog. Screeninguntersuchungen (aus dem Englischen: screening=Vorauswahl)
Lassen Sie uns diese Themen nun kurz im Hinblick auf COPD und Emphysem betrachten…


Prävention: Wenn ich die Ursache einer Krankheit kenne, sollte es eigentlich ein Kinderspiel sein, ihr Auftreten zu verhindern. Diese Anschauung berücksichtigt nur nicht die menschliche Psyche! Häufigste und wichtigste Ursache des Emphysems ist zweifellos das (inhalative) Zigarettenrauchen: Wer nicht raucht, hat ein nur sehr geringes Risiko, jemals an einem nennenswerten Emphysem zu erkranken! Es sei denn, es fehlt ihm das Enzym a1-Proteasen-Inhibitor (a1-PI) im Blut: Dann - und nur dann - besteht auch beim Nichtraucher ein ernstzunehmendes Risiko, an Emphysem zu erkranken. Wenn jemand mit Mangel an a1-PI dann aber auch noch raucht…!

Haupaufgabe der Präventionsmedizin ist es also, die Menschen, insbesondere die jungen Menschen, davon zu überzeugen, dass es besser ist, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen bzw. schnellstmöglich wieder damit aufzuhören. Dass das ein schwieriges Unterfangen ist, weiss heute eigentlich jeder! Die Präventionsmedizin entwickelt also Programme, erforscht Gewohnheiten, prüft Möglichkeiten, Menschen das Nichtrauchen schmackhaft zu machen und Ähnliches.
Ausserdem erforscht sie die günstigen oder ungünstigen Einflüsse anderer Faktoren und versucht auf politischer Ebene für die Betroffenen eine bessere Situation zu schaffen: Insofern ist es tatsächlich eine moderne Medizin: Mit dem Bild des guten, alten "Onkel Doktors" im weissen Kittel hat das nicht mehr viel zu tun!

Inzwischen hat der Gesichtspunkt der Vorbeugung oder Prävention tatsächlich Fuß gefasst: Krankenkassen, Pharmakonzerne und Politiker wetteifern darum, wer am besten und effektivsten die Menschen von krankmachendem Verhalten abbringen kann;-)
Trotzdem ist es leider Tatsache, dass immer mehr junge Menschen zur Zigarette greifen - wer Kinder hat, kann ein Lied davon singen…
Das sollte allerdings niemanden davon abhalten, sich in diesem scheinbar aussichtslosen Kampf weiter zu engagieren: Jedes Mädchen, jeder Junge, jeder Mann und jede Frau, die/der das Rauchen einstellt oder gar nicht erst beginnt, ist ein Erfolg, fast jeder davon ist ein Atemwegs- oder Lungenkranker weniger!

Im weiteren Sinne gehört zur Prävention auch Vermeidung und Behandlung von Infektionskrankheiten, Aufklärung über Allergien und Umweltgifte, Beschäftigung mit Ernährung, Sport, Lebensführung…
Unsere Kapitel Ursachen, Leben mit der Erkrankung bzw. gegen die Erkrankung und seelische Aspekte zeigen Ihnen hier weitere Einzelheiten auf.

 

 

 

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Ein besonderes Kapitel stellt natürlich auch hier wieder das A1-PI-Mangelemphysem dar! Der Punkt Rauchen ist - wie oben erwähnt - noch wichtiger als beim nicht mit diesem Enzymmangel belasteten Menschen; als zweiter, entscheidend wichtiger Punkt kommt hier aber hinzu, dass man ja erst einmal diese Menschen mit dem genetischen Enzymdefekt herausfinden muss. Und hier tun sich erhebliche Probleme auf! Man vermutet z.B. in Deutschland einige tausend Menschen mit diesem Erbdefekt - und nicht alle bekommen ein Emphysem! Soll man nun 80 Millionen Bürger durchuntersuchen, um die wenigen rechtzeitig herauszufiltern? (es gibt ja auch noch andere Defekterkrankungen)
Oder soll man nur Patienten mit Emphysemverdacht entsprechend untersuchen? Wo fängt man mit den Tests an? Damit kommen wir direkt in die Problematik der Screeninguntersuchungen.
Jedenfalls ist es wichtig, - da ist man sich heute einig - dass alle Menschen, die nahe Angehörige mit so einer Krankheit haben, untersucht werden sollten. Ausserdem werde ich einen entsprechenden Test durchführen, wenn ein Patient mit Emphysemzeichen relativ jung ist (etwa unter 50 Jahre) und nicht oder wenig geraucht hat. Auch das Röntgenbild kann einmal einen Hinweis geben, weil das A1-PI-Mangelemphysem oft ein wenig anders auf dem Bildschirm aussieht als ein "normales" Emphysem

Screening: Die Entwicklung von Früherkennungsmethoden stellt sowohl beim "Raucheremphysem" als auch beim A1-PI-Mangelemphysem eine vorrangige Aufgabe dar. Bedenken Sie doch, dass ein einmal aufgetretenes Emphysem durch seine strukturellen Veränderungen an Lunge und Atemwegen grundsätzlich nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Was bleibt anderes übrig, als es so rechtzeitig wie möglich zu entdecken, die verursachenden Faktoren auszuschalten und die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen?

Das Problem beginnt aber damit, dass - wie wir oben gesehen haben - die Krankheit praktisch immer schleichend beginnt. Wenn der Kranke sich dessen so richtig bewußt wird und zum Arzt geht, ist das Emphysem oft schon weit fortgeschritten. Es gilt hier also, die Menschen - und zwar insbesondere auch die Haußärzte! - dahingehend zu informieren und zu sensibilisieren, dass sie auf die Zeichen eines beginnenden Emphysems achten: Und das heisst in erster Linie: Eine wenn auch noch so geringe Kurzatmigkeit und Mattigkeit bei an sich unerheblichen körperlichen Belastungen.

Wenn es gelingt, hier eine Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein zu schaffen, dass Luftnotgefühl nie normal ist und immer untersucht werden muss, ist schon viel gewonnen. Der Hausarzt sollte auch ganz gezielt danach fragen und selbst zuerst an ein Emphysem denken.
Diesen Aufgaben haben sich u.a. die lungenfachärztlichen Gesellschaften angenommen, sie bieten Fortbildung für Doktor und Patient mit diesen Zielen.

Auch die Pharmaindustrie, sonst eher bekannt für die Herstellung von Medikamenten hat die Wichtigkeit dieser Dinge erkannt und bietet Infomaterial und Aufklärungskampagnen an. Auch diese Webseite ist einer solchen Kampagne der Firma Bayer-Vital zu verdanken. Aus demselben Haus stammen einige hervorragende Informationsmaterialien, die Sie bei uns oder bei Bayer-Vital anfordern können.
Auch andere Pharmafirmen, Fachgesellschaften, Medizinportale im Internet, Printmedien, Rundfunk und Fernsehen bemühen sich hier um Aufklärung und Information.

 

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Aber dies alles ist erst der erste Schritt eines wirksamen Screenings! Wenn man jetzt die "Verdächtigen" herausgefiltert hat, kann man die eigentlichen Screening-Untersuchungen durchführen: Eine solche Untersuchung soll schnell ablaufen, ungefährlich und schonend sein, billig und jederzeit überall anzuwenden. Und dann soll sie auch noch möglichst exakte Ergebnisse erbringen! Sie sehen, das ist alles gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Beim Lungenemphysem bzw. bei der COPD ist erfüllt diese Kriterien in allererster Linie die einfache Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie). Wer in dieser sekundenschnell und völlig ungefährlich durchführbaren Untersuchung auffällt, kann dann ausführlicher mit den Methoden der großen Lungenfunktion und anderen ärztlichen Untersuchungstechniken begutachtet werden.

(Dr. M. Prittwitz)


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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:23