Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Bronchienerweiternde Medikamente
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Bronchospasmolytika -
Bronchienerweiternde Medikamente


Diese Art von Medikamenten hat ihre Hauptbedeutung eigentlich beim Asthma bronchiale: Dort entstehen die Atembeschwerden durch einen Bronchialmuskelkrampf. Die bronchospasmolytischen Stoffe können diese Verkrampfung schnell wieder lösen und damit Erleichterung schaffen. Beim Emphysem entstehen die Atembeschwerden auf andere Weise (wie wir weiter oben gesehen haben!).
Die bronchienerweiternde Wirkung dieser Medikamente kommt nur abgeschwächt zum Tragen. Trotzdem hat es sich als sinnvoll erwiesen, sie beim Emphysem einzusetzen. Fast immer bringen sie zumindest eine spürbare Erleichterung, man kann den oft sehr zähen Schleim besser abhusten, auch quälender Hustenreiz lässt meist recht schnell nach.
Angesichts der Schwierigkeiten, ein Emphysem überhaupt mit Medikamenten zu behandeln, stellen die bronchialerweiternden Medikamente sicher die beste Hilfe und den besten Kompromiss dar.
Auch die möglichen Nebenwirkungen sind nicht allzu schwer im Griff zu behalten und - ganz wichtig! - langfristig wird damit nichts kaputtgemacht.

Man unterscheidet in dieser Gruppe:

   Betasympathikomimetika

   Anticholinergika

   Theophyllin


Betasympathikomimetika
(auch ß-Mimetika oder ß-Adrenergika)

Das sind Stoffe, die den Sympathikusnerv stimulieren. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems hat die Eigenschaft, unsere Bronchien weiter zu stellen (z.B. bei körperlichen Belastungen). Das nutzt man aus, um krankhaft verengte Atemwege wieder zu erweitern. Am sinnvollsten wendet man das Medikament in inhalativer Form an: Die Wirkung tritt dann schneller ein, die Nebenwirkungen sind geringer, da es sich um eine lokale Behandlung handelt (der Stoff gelangt nur in sehr geringen Maß in das Blut).
Da auch eine stimulierende Wirkung auf Muskulatur und Herz vorhanden ist, kann Händezittern und/oder Herzklopfen auftreten - beides ist harmlos, solange man es mit der inhalierten Menge nicht übertreibt (sprich: Sich an die verordnete Dosis hält!).

Typische Vertreter dieser Gattung sehen Sie in einem Extrafenster:
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Anticholinergika

Diese Art von Medikament wirkt genau anders herum: Es wird der Parasympathikus- oder Vagus-Nerv "unterdrückt" (also der Gegenspieler des Sympathikus) - und damit werden wiederum die Bronchien entspannt und erweitert. Diese Art von Medikamenten hat besonders wenig Nebenwirkungen und wird deshalb heute bei der Chronischen Bronchitis und beim Lungenemphysem bevorzugt (beim richtigen Anfallsasthma sind sie dagegen meist zu schwach wirksam).

Gerade im Jahr 2002 hat sich in diesem Bereich etwas Größeres getan. Mit der Einführung des Präparates Spiriva® ist nach längerer Zeit erstmal wieder ein Vertreter dieser Medikamentengruppe neu zugelassen worden. Der oben erwähnten Entwicklung hin zu den nebenwirkungsarmen Anticholinergika als primären Medikamenten für die Behandlung der COPD und des Lungenemphysems ist damit Rechnung getragen worden.
Es ist bei den guten Erfahrungen, die Patienten und Ärzte mit diesem Medikament gemacht haben wohl zu erwarten, dass in den nächsten Jahren nochmehr Vertreter dieses Medikamententyps zugelassen werden.
Alle typischen unangenehmen Begleiterscheinungen der Betasympathikomimetika entfallen hier. Als einziges Problem kann es gelegentlich zu einem trockenen Mund kommen - das ist im allgemeinen zwar nicht bedrohlich, im Einzelfall - vor allem bei den oft älteren Patienten - aber doch sehr belastend. Durch ausreichendes Trinken, evtl. auch durch Anwendung eines künstlichen Speichels (z.B. Glandosane®) kann man hier aber viel verbessern.

Typische Vertreter dieser Medikamentenart sehen Sie wieder im Extrafenster:
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Theophyllin

Theophyllin war einer der ersten (Natur-)Stoffe, deren bronchienerweiternde Wirkung entdeckt wurde (vor über 100 Jahren!) - es ist nahe verwandt mit dem Coffein und kommt im Schwarztee vor. Dieses Medikament gibt es bis heute nur in Tabletten- und Spritzenform, leider nicht als Dosieraerosol.
Ähnlich wie beim Kaffee gibt es Menschen, die viel vertragen (und brauchen!) und empfindlichere Zeitgenossen. Deshalb sollte man es nur unter ärztlicher Aufsicht individuell anpassen. Die Nebenwirkungen entsprechen im wesentlichen denen eines übermäßigen Kaffeegenusses! (Herzklopfen, Schlafstörungen, Magenbeschwerden, innere Unruhe ...)
Weniger bekannt ist, dass es in zu hoher Dosis selbst Atemnot hervorrufen kann! Besonders vorsichtig müssen Menschen sein, die zu epileptischen Anfällen neigen!

Typische Vertreter dieser Gattung können Sie auch hier wieder in einem Extrafenster nachschauen:
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(Dr. M. Prittwitz)

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:31