Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Medikamente: Cortison
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Entzündungshemmende Medikamente -
das heißt vor allem: Cortison!


Wenige Medikamente sind so kontrovers diskutiert worden wie das Cortison! (Es ist zwar nicht das einzige entzündungshemmende Medikament - aber mit Abstand das wichtigste!)
Beim Emphysem spielt diese Substanz nicht die Rolle wie bei einigen anderen Krankheiten (insbesondere beim Asthma bronchiale). Da sie aber trotzdem immer wieder zum Einsatz kommt (und das auch sinnvoll ist!), sollen einige Informationen zum Cortison hier nicht fehlen!

Warum dieser etwas zweifelhafte Ruf? Beim Cortison liegt die Einschätzung "Wunderdroge versus Teufelszeug" noch näher als bei anderen Medikamenten. Das mag an der tiefen Kluft zwischen nahezu unglaublichen Wirkungen und den (vor allem langfristig) doch erheblichen Nebenwirkungen und Problemen liegen, die man gerade bei dieser Art von Heilmitteln findet.
Vielleicht zuerst einige Worte zu den positiven Wirkungen! (Die gute Nachricht ....)

Wer schon Cortison-Präparate angewendet hat kennt es wahrscheinlich: Bereits nach kurzer Zeit verschwinden auch ausgeprägte Beschwerden oft auf eindrucksvolle Weise - nicht immer, aber immer wieder. Wie durch ein Wunder lassen Atemnot oder Schmerzen bei leidgeplagten Menschen nach, die Stimmung und das Lebensgefühl werden besser, Juckreiz oder andere Missempfindungen lassen nach. Wer das schon erlebt hat, weiss, was gemeint ist ...

Aber auch die unerwünschten Wirkungen und Probleme sollen nicht verheimlicht werden!

Schnell bemerkt man auch die negativen Seiten: blaue Flecken an der Haut bei kleinsten Berührungen, dicke Füße, ein rundes Gesicht, Schwitzen schon bei kleineren Anstrengungen. Wer zuckerkrank ist, bekommt plötzlich Probleme mit seinen Zuckerwerten, vielleicht kommt es plötzlich gehäuft zu Erkältungen.
Die größte Gefahr aber sind bei längerer Einnahme des Medikamentes, vielleicht auch noch in höheren Dosen, eine erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) sowie eine Verschlechterung der körpereigenen Cortisonproduktion (Nebennierenrindeninsuffizienz).

Wer das liest oder sogar am eigenen Leib erlebt, wird schnell sagen: "Weg mit dem Teufelszeug!" - sicherlich irgendwo auch verständlich. Trotzdem muss man auch hier abwägen: Wie viele Menschen wären nicht mehr am Leben, wenn es dieses Mittel nicht gäbe?! Wer vielleicht seit Jahren mehrmals täglich dem Ersticken nahe war, wird die "Wunderwirkung" des Medikamentes zu schätzen wissen. Auf der anderen Seite wäre es verantwortungslos, wegen leichterer Atembeschwerden ein so starkes Medikament zu verordnen oder einzunehmen.

Leider gehört das Emphysem nicht zu den Krankheiten, bei denen die "Wunderwirkung" zum Tragen kommt! Warum dann also überhaupt diese Ausführungen an dieser Stelle?

Es kommt immer wieder vor, dass auch beim Emphysem ein zeitweiser oder sogar längerfristiger Einsatz erforderlich und sinnvoll ist. Das kann allerdings nur der Arzt entscheiden, am besten der Lungenfacharzt, der die spezielle Erfahrung und die notwendigen Untersuchungsmöglichkeiten hat!

Wenn dieser Fall bei Ihnen auftritt, bedenken Sie bitte folgendes:
  • Vertrauen Sie auf die Erfahrung Ihres Arztes, aber lassen Sie sich ruhig Einzelheiten von ihm erklären!
  • Kurzfristig ist Cortison auch in höherer Dosierung relativ gut verträglich, die eigentlichen Probleme treten meist erst bei längerer Einnahme auf (Monate...)!
  • Die Nebenwirkungen des Cortisons sind bekannt. Vielen von ihnen kann man wirksam vorbeugen! Besonders wichtig sind eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.
  • Es ist oft nicht einfach, den Behandlungserfolg einer Cortisonbehandlung bei einem Lungenemphysem zu beurteilen. Notwendig dafür ist eine sorgfältige Beobachtung durch den Patienten selbst sowie ein erfahrener Arzt, der sich ausreichend Zeit nimmt und mit Ihnen diese Beobachtungsergebnisse auch bespricht.
  • Die Verordnungen und Vorschläge Ihres Arztes sollten ganz genau befolgen, bei Problemen und Unklarheiten sollte er raschestmöglich benachrichtigt werden.
  • Ein Sondersituation betrifft die cortisonhaltigen "Sprays" (Dosieraerosole oder andere inhalierbare Präparate, z.B. in Pulverform). Hier fallen durch die fast ausschliesslich lokale Wirkung die Cortisonnebenwirkungen praktisch weg. Berücksichtigen sollte man lediglich, dass im Gegensatz zu den brochienerweiternden Dosieraerosolen kein schneller Wirkungseintritt erwartet werden kann, und dass nur eine regelmäßige Anwendung sinnvoll ist. Ob allerdings in Ihrer speziellen Krankheitssituation eine solche Behandlung überhaupt erfolgen sollte, müssten Sie wiederum mit Ihrem Arzt besprechen, da kann man keine allgemeinen Angaben machen.
  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte finden Sie hier:
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(Dr. M. Prittwitz)

 
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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:33