Inhaltsverzeichnis
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Sonstige Behandlungs- mðglichkeiten
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Eine kurze Übersicht über Behandlungsmöglichkeiten der Lungenchirurgie


Dieser Abschnitt zeigt noch einige Möglichkeiten der Therapie auf, die bisher noch nicht erläutert wurden.
In erster Linie denken wir dabei an die Möglichkeiten einer operativen Behandlung des Lungenemphysems.

Die Idee erscheint naheliegend:
Wenn Lungengewebe zerstört ist, sollte es herausgeschnitten und nach Möglichkeit ersetzt werden! Aus diesem Grund wird schon seit langem mit den Möglichkeiten der Chiurgie auch beim Emphysem geliebäugelt. Die praktischen Probleme, die dabei auftreten, sind aber groß. Die Lunge ist ein schwammiges Organ, man kann sehr schlecht darin nähen. Das Emphysem ist meist eine Erkrankung, die über ganze Lungenareale gleichmäßig verteilt auftritt - eine ganze Lunge entfernt man dann aber doch nicht so leicht.

So gingen die ersten Versuche in die Richtung: Entfernen von großen blasigen Veränderungen (Bullae, deshalb nennt man die Operation Bullektomie). Das ist auch heute die anerkannte Methode beim großbullösen Lungenemphysem. Man verringert das Risiko, dass eine solche Blase zerplatzt und zum "Pneu" führt.
Schon bei kleineren und oft recht zahlreichen blasigen Veränderungen ist eine OP meist nicht mehr sinnvoll und erfolgversprechend.
Beim sehr häufigen diffusen Emphysem ist gar nicht daran zu denken, die krankhaften Veränderungen etwa operativ entfernen zu können.

Etwas anderes ist die Volumenreduktions-OP. Hier geht man von der Vorstellung aus, dass bei der teilweise massiven Überblähung im Brustraum des schwer Emphysemkranken eine Entlastung eintritt, wenn ein Teil der Lunge entfernt wird. Die Lunge ist dann zwar kleiner, gewinnt aber an Bewegungsfreiheit und Elastzität - so dachte man es sich. Nachdem nun seit einigen Jahren viele Emphysemlungen derart operiert worden sind, ist die Euphorie gewichen. Man hat erkannt, dass überdurchschnittlich viele der schwerkranken Patienten von der Operation nicht profitieren, falls sie den Eingriff überhaupt überleben. Im Vergleich zur konventionellen und konservativen Behandlung schneidet der operative Eingriff meist nicht sehr gut ab.
Die Entscheidung, so etwas an sich durchführen zu lassen, sollte sehr gut überlegt werden, man sollte sie auch nur gemeinsam mit einem sehr erfahrenen Lungenchirurgen fällen.
Zu diesem Thema brandaktuelle Informationen aus dem New England Journal of Medicine (NEJM), heruntergeladen von deren Webseite : Ein Editorial sowie ein Artikel der NATIONAL EMPHYSEMA TREATMENT TRIAL RESEARCH GROUP - das Ergebnis ist aber leider nicht sehr ermutigend …

Ein erfolgreicheres Gebiet - wenn auch nur für einen veschwindend kleinen Teil der Emphysemkranken - ist das Thema Lungentransplantation. Die operativen Erfahrungen sind inzwischen groß, die Probleme mit der Organabstoßung sind einigermaßen gelöst, die OP-Erfolge sind teilweise beeindruckend.
Wer persönlich miterlebt hat, wie ein Mensch, der kaum noch 10 m im Ebenen gehen kann, plötzlich wieder wandern und tanzen kann, dem kommt das schon ein wenig wie ein Wunder vor …

Darüber darf man aber nicht vergessen, dass dieses Ergebnis nur mit einem ebenso überwältigenden Aufwand für alle Beteiligten erreicht werden kann:

Teilweise jahrelanges, zermürbendes Warten, wenn man sich denn mal zu diesem lebensverändernden Eingriff entschieden hat und nach unzähligen Untersuchungen auf die Warteliste gesetzt worden ist, denn es gibt wenig Organe und nicht jede Lunge passt für jeden Menschen. Häufig muss auch das Herz noch mit transplantiert werden, was die Sache auch nicht vereinfacht. Die Kosten in 5-6-stelliger Höhe sind dagegen für den Beteiligten und seine Angehörigen wahrscheinlich verständlicherweise unerheblich.
Eher ist es dann belastend, dass lebenslang die Abstoßung medikamentös verhindert werden muss, aber auch damit kann - und muss - man dann leben …
Insgesamt ist aber die LTX sicher eine der ermutigendsten Zukunftsaussichten für den Schwerstkranken trotz all ihrer Probleme.
Hier noch ein Link zu einer ganz speziellen Informationsseite zum Thema Lungentransplantation für Personen, die sich mit diesem Problem befassen: Die Informationsseite der Thorxchirurgischen Klinik der Universität München, die auch speziell Info für Patienten bietet.

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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 19.01.2009 20:37