Inhaltsverzeichnis
Glossar - das Fachwörterbuch
Das Krankheitsbild
Aufgaben der menschlichen Atmung
Aufbau und Funktion der menschlichen Atmung
Veränderungen in Aufbau und Funktion beim Emphysem
Ursachen des Emphysems
Verlauf der Krankheit
Diagnose
Möglichkeiten der Behandlung
Seelische Aspekte
Leben mit der Krankheit
Leben gegen die Krankheit
Prävention und Screening
 

Lungenemphysem: Welche Ursachen kann diese Krankheit haben?


Von der Bedeutung her gibt es zwei Hauptformen des Emphysems, daneben einige Sonderformen. Von diesen beiden hauptsächlichen Arten ist die erste relativ häufig (eigentlich die überwiegende Anzahl der Emphysemkranken gehört zu dieser Gruppe), die zweite kommt dagegen nur sehr selten vor:

Das obstruktive Lungenemphysem
Dies ist die häufigste Form des Emphysems. Sie kommt in Deutschland bei ca. 10% der Menschen vor und ist damit als häufige Krankheit anzusehen. Die Hauptursache dieses oft verkannten Leidens (so muß man es zumindest in den Spätstadien der Erkrankung nennen) ist ohne jeden Zweifel das Zigarettenrauchen. Ein Fülle an wissenschaftlichen Untersuchungen hat das immer wieder bestätigt, auch wenn viele Menschen dies nicht gerne akzeptieren wollen. Es gibt streng genommen nur eine wirkliche Vorbeugung und eine wirksame Behandlung:

Nicht Rauchen bzw. mit dem Rauchen schnellstmöglich aufhören!

Neben dieser Hauptursache findet man in der Praxis eine Reihe von Faktoren, die sich begünstigend auf die Entstehung oder Verschlechterung der Erkrankung auswirken können:
  • Erbliche Veranlagung (Disposition),
  • schwere oder immer wieder auftretende (rezidivierende) Infekte und
  • starke und lange einwirkende Reizstoffbelastung (privat oder beruflich)
sind hier als die wichtigsten zu nennen.

Das Alpha-1-Proteaseninhibitor-
Mangelemphysem

Diese Erkrankung ist sehr selten - aber sie hat eine besondere Bedeutung. Nur etwa 1-2% aller Patienten mit Emphysem leiden an dieser Erkrankung, insgesamt in Deutschland ca. 6000. Eine besondere Stellung nimmt das Alpha-1-PI-Mangelemphysem dadurch ein, dass die erbliche Komponente eine ganz zentrale Bedeutung hat, dass die Krankheit verhältnismäßig gut erforscht ist und dass es eine ursächliche Behandlung gibt.
Wer zu diesem Thema sehr genaue Informationen haben möchte, sollte hier klicken, wer nur das Wichtigste lesen will, kann auf dieser Seite bleiben.
Bei dieser Emphysemform fehlt im Körper ein wichtiges Enzym, eben der Alpha-1-Proteaseninhibitor. Da diese biochemische Substanz die Zerstörung von Körpergeweben verhindert, stehen den abbauenden Kräften bei ihrem Fehlen Tür und Tor offen. Schritt für Schritt demontieren diese gefährlichen Enzyme, die Proteasen, das feine Lungengewebe. Die Bläschenstrukturen verschwinden im Laufe der Jahre - und wenn man dem Geschehem keinen Einhalt gebietet, zerstören sie die ganze Lunge.
Diese Störung ist angeboren und vererblich. Die Krankheit tritt dadurch schon sehr früzeitig auf auf, da die abbauenden Kräfte schon in jüngsten Jahren ihr zerstörerisches Werk beginnen können.

Sonderformen des Emphysems
Die oben genannten Emphysemformen (bullöses Emphysem, Überdehnungsemphysem und Narbenemphysem) sind keine "echten Emphyseme" im strengen Sinn, da die durch die chronische Entzündung hervorgerufene Gewebszerstörung nicht stattfindet. Statt dessen bilden sich aus verschiedenen Gründen Höhlen und überblähte Lungenabschnitte, die manche Ähnlichkeit mit einem Emphysem haben.
Nochmals etwas anderes ist das sog. Altersemphysem, bei dem es sich um keine Erkrankung handelt sondern um eine normale Alterungserscheinung, die im Laufe des Lebens früher oder später auftritt.
Zu diesem Thema hier noch einige weiterführende Informationen ...
Wenn man die Enstehung des Emphysems noch einmal zusammenfassend betrachtet, kann man sagen, dass das Wesentliche dieser Erkrankung die sukzessive Zerstörung der feinen Lungengrundstruktur darstellt, und damit ein Verlust der Fähigkeit, dem Körper Sauerstoff zuzuführen Es handelt sich dabei um aktive, abbauende biochemische Vorgänge und nicht - wie man früher dachte - um einfaches "Ausleiern" der elastischen Fasern des Lungenegewebes (so wie ein Luftballon schlaff wird, der über einige Tage aufgeblasen bleibt: Diese Vorstellung war zu einfach!)

Der nächste Punkt, der wichtig zu wissen ist, befasst sich mit der Frage, wie denn die Erkrankung verläuft - auch: worin sich die behandelte von der unbehandelten Krankheit unterscheidet. Der nächste Abschnitt informiert hierüber ...

(Dr. M. Prittwitz) 
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Autor(en) der Seite: Dr. M. Prittwitz. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 01.05.2009 11:25