Luft ist LebenAsthma, Bronchitis, Emphysem und COPD - von Michael Prittwitz, Albert Hirschbichler und Jutta Lauber* |
Einige Hintergrundinformationen zu diesem BuchDieses Buch ist aus jahrelanger Arbeit mit Patienten der pneumologischen
Rehabilitatonsklinik Bad Reichenhall heraus entstanden. Alle drei
Autoren haben profunde Erfahrungen in der Schulung und im Training
von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen. Die Notwendigkeit solcher Schulungsmaßnahmen ergab sich aus der Erkenntnis, dass immer bessere Therapiemaßnahmen nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Krankheitsverläufe führten. Heute würden wir sagen, das Krankheitsmanagement konnte nicht mit der Entwicklung immer neuer und wirksamerer Therapieprinzipien mithalten. Die Betroffenen selbst, also die chronisch Kranken, wussten oft nicht,
auf welche Dinge es wirklich ankam. Die behandelnden Ärzte, selbst
durch moderne Therapieprinzipien teilweise in alten Traditionen
erschüttert, hatten oft weder Zeit noch wirkliches Interesse,
als "Lehrer" ihren Patienten gegenüber aufzutreten. Der chronische
Kranke musste lernen, selbständig und eigenverantwortlich mit den
modernenen Therapieregimes umzugehen, gelegentlich eine Eigenbehandlung
zumindest einleiten, sich selbst kontrollieren und aus diesen Beobachtungen
sinnvolle Konsequenzen ziehen. Durch stetige Arbeit (Patientenschulungen, später eher Trainingsmaßnahmen, Weiterbildung von interessierten Ärzten, andere Öffentlichkeitsarbeit , Publikationen usw.) kam es zu einer Verbesserung der Situation. Heute sind viele Atemwegskranke - auch wenn man von einem idealen Zustand sicherlich noch weit entfernt ist - in ihren Krankheitsverläufen doch recht stabil geworden, haben ihre Lebensqualität verbessert, können arbeiten, Sport treiben, kurz ein weitgehend "normales" Leben führen. Neben der stetigen Verbesserung medikamentöser Behandlungsregimes, neben der Qualifizierung der alten Kur zur modernen Reha - wobei man die Positiva der "Kur" nicht unterschätzen und ganz über Bord werfen sollte! - hat sicher auch und gerade das Patiententraining, das ja auch im Rahmen der Reha-Kliniken entstanden ist, dazu beigetragen. Auf diesem Boden ist das vorliegende Buch entstanden, es spiegelt diese Entwicklung wider und bringt quasi als Vermächtnis der frühen Patientenschuler die Erfahrungen dieser Bemühungen zu Papier. Der Betroffene kann daraus einen Schatz an Erfahrungen, KnowHow und Wissen schöpfen, wenn er sorgfältig in den Seiten blättert und liest. Das Buch ist absichtlich so konzipiert worden, dass es beides - das Blättern und das Lesen - zulässt. Es bemüht sich so zu schreiben und zu sprechen, dass auch der medizinische Laie, egal welche Vorbildung er mitbringt, den Gedankengängen folgen und daraus Erkenntnisse und praktische Folgerungen ziehen kann. Soweit möglich, wird nicht in wissenschaftlichen Kategorien aufgelistet und dargestellt, sondern erzählt, bildlich vorgeführt, es werden Zusammenhänge möglichst plastisch skizziert und Szenarien entworfen. Absichtlich wird mit Bildmaterial sparsam umgegangen und versucht, die Komplexe in Worten nachzuzeichnen. Der Leser soll mitdenken, sich vorstellen, sich in Situationen - die er ja oft nur zu gut kennt! - hineinversetzen. Er soll darüber hinaus für kritische Situationen einfache, klare - aber nicht primitive - Handlungsvorschläge erhalten, notfalls auch zum checklistenartigen Abfragen. Im Vordergrund aber steht das Mitdenken, sich überlegen, nachdenken "was wäre, wenn ... ?" Und der Apell, aus dem Gelesenen und Erkannten Konsequenzen zu ziehen, den "inneren Schweinhund" zu besiegen, aktiv die Lebensgestaltung unter der Prämisse einer chronischen und damit unheilbaren Erkrankung in die Hand zu nehmen. Ein weiteres Ziel hatte dieses Buch. Es sollte - ohne damit den Verdienst
von pharmazeutischen Unternehmen schmälern zu wollen, die oft
genug in ihrer Mäzen-Funktion über ihren unternehmerischen Schatten
springen - ohne die finanzgewaltige Hilfe solcher Sponsoren,
wie man die Mäzene des 20. und 21. Jahrhunderts gerne nennt,
auskommen. Deswegen wurde alles in Eigenarbeit und Eigenleistung
erbracht: Schreiben, zeichnen, redigieren, lektorieren, setzen
und layouten. Nur das Drucken wurde einem handwerklichen Unternehmen
überlassen. Wenn auch beim Schreiben und der handwerklichen Herstellung
noch der Arzt und seine Helfer ganz gut zurecht kam, so wird
nun das Werben und Verkaufen doch sehr schwierig für den Medikus.
Deswegen sind wir auf Hilfe durch Kollegen und Patienten, Selbsthilfegruppen
und andere wohlwollende Menschen angewiesen, um das Büchlein
auch "unters Volk zu bringen". Dr. Michael Prittwitz im November 2004 |
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