|
|
Welche Veränderungen an Aufbau und Funktion der Atmungsorgane
finden sich beim Emphysem?
|
Das Emphysem ist
eine chronische Krankheit. D.h., sie ist im strengen Sinn nicht heilbar.
Man kann sie behandeln, man kann durch Vermeidung von Ursachen und
Auslösefaktoren oft verhindern, dass sie sich verschlechtert, aber
man wird sie nie ganz aus der Welt schaffen. Das liegt daran, dass man beim
Emphysem Veränderungen in Bronchien und Lunge findet, die auch durch
die beste Therapie nicht rückbildungsfähig sind.
Dazu kommt, dass sich ein Emphysem praktisch immer über einen
längeren, meist sogar einen sehr langen Zeitraum hin entwickelt, so dass
die Krankheitserscheinungen - und damit die Veränderungen an Aufbau
und Funktion nicht so schnell auffallen und erkannt werden.
Dies sind in erster Linie:
|
|
Veränderungen am
Aufbau der Atmungsorgane
Das entscheidende ist ein Verlust der oben beschriebenen Bläschenstruktur.
Aus vielen Lungenbläschen oder Alveolen werden regelrechte Säcke:
Man stelle sich vor - um im oben erwähnten Bild zu bleiben - mit einem
glühenden Nagel werden - kleine oder größere - Löcher
in den Schwamm gebrannt!
Das ist das typische Bild einer Emphysemlunge: Das Gewebe durchsetzt von
zahlreichen Blasen, schlaffen, funktionsuntüchtigen Säcken! Die
Erschlaffung der vorher elastischen Wände des Lungenbläschens ist
ein weiterer entscheidender Punkt der Entwicklung: Hierdurch verliert das
Atmungsorgan seine Elastizität und Dehnbarkeit. |
 |
 |
Elastizität und
Dehnbarkeit sind aber die Voraussetzung für eine ungestörte
Atmung. Die bei tiefer Einatmung stark gedehnte Lunge zieht sich beim
Nachlassen des Muskelzuges ganz von selbst durch ihre Elastizität
wieder zusammen. Das funktioniert nun nicht mehr! Nach der Einatmung bleibt
die Lunge groß und gefüllt mit Luft, die Ausatmung wird be- oder
sogar verhindert. Die verbrauchte Atemluft verbleibt großteils im
Brustkorb, es kann keine neue, frische Luft eingeatmet werden.
Der Mensch befindet sich nun in einem dauernden Einatemzustand. In Ruhe
lässt sich das kompensieren, bereits bei kleineren Belastungen aber
tritt Kurzatmigkeit, bald auch ein regelrechtes Luftnotgefühl auf
(Dyspnoe), das typische
Krankheitszeichen eines Lungenemphysems. |
Nicht nur das
eigentliche Lungengewebe aber ist vom Emphysem betroffen, sondern auch die
Atemwege. Auch sie werden im Krankheitsverlauf schlaffer, verlieren
ihre "hartgummiartige" Beschaffenheit, verändern sich auch in ihrem
Feinbau.
Insgesamt verschlechtern sich durch die beschriebenen Veränderungen
- sowohl der Atemfluss, also das
rhythmische Ein- und Ausströmen der Luft als auch
- die Aufnahme von Sauerstoff
aus den Alveolen in die Kapillaren und - im Gegenzug - die Abgabe von
Kohlendioxid aus den Kapillaren in die Alveolen, also die oben
beschriebene (Diffusion).
Die Folgen sind:
- Abnahme des Sauerstoffgehaltes
im Blut,
- Zunahme des Kohlendioxidgehaltes
im Blut.
|
 |
Der Arzt nennt dies - je nach Schweregrad - respiratorische
Partialinsuffizienz oder (bei zu hohem Kohlendioxidgehalt)
respiratorische
Globalinsuffizienz. Die Folgen für den Kranken sind:
- Luftnotgefühl vor allem
bei körperlichen Belastungen,
- Verschlechterung der
Sauerstoffversorgung der Organe mit allen daraus folgenden
Problemen:
- Erschöpfbarkeit,
Leistungsverminderung, Verschlechterung des Allgemeinbefindens
und des Lebensgefühls usw.,
- Schlechte Hautdurchblutung
mit grau-fahler Hautfarbe bzw. blauen Haut- und
Schleimhautverfärbungen (Cyanose),
- Langfristige Verschlechterung
der Herzleistung durch Überlastung und Sauerstoffmangel.
- Folgeerscheinungen der Krankheit
(soziale Isolation - man kann nicht mehr "mithalten" - Depressionen
...)
Als nächstes stellt sich uns die
Frage, welche Ursachen eine derartige Erkrankung
haben kann.
|
|