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Prävention - Früherkennung - Screening-Untersuchungen
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Hinter diesen Begriffen
finden wir einen ganz wichtigen Aspekt der modernen Medizin - der allerdings
gar nicht so modern ist: Vorbeugen ist besser als Heilen - so hat man es früher
ausgedrückt! Und wenn man die Krankheit schon nicht verhindern konnte,
dann sollte man sie so früh wie möglich erkennen und behandeln, muss
man noch hinzufügen…
Wenn diese Thematik auch in anderen Abschnitten unserer Seite immer wieder auftaucht,
so wollen wir doch hier einmal eine Zusammenschau der wichtigsten Möglichkeiten
anbieten. |
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Wenn auch der Volksmund
schon immer das genannte Sprichwort parat hatte (wenn sich auch die meisten Menschen
nicht unbedingt daran gehalten haben!), so war das Hauptziel der "klassischen" Medizin
doch immer das Heilen. Erst in den vergangenen Jahrzehnten begriffen
die meisten, dass man viele Krankheiten gar nicht richtig heilen kann - und man
begann die Möglichkeiten zu erforschen, das Auftreten des Leidens zu vermeiden.
So entstand nach und nach
ein eigenener Zweig der Medizin, die Präventivmedizin.
Auch der zweite Gedanke führte zur Entwicklung eines Spezialgebietes: Die Erforschung
der Früherkennungsmöglichkeiten von Krankheiten mit Hilfe einfacher, schneller,
preiswerter und schonender Untersuchungen - sog. Screeninguntersuchungen
(aus dem Englischen: screening=Vorauswahl)
Lassen Sie uns diese Themen nun kurz im Hinblick auf COPD
und Emphysem betrachten…
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Prävention:
Wenn ich die Ursache einer Krankheit kenne, sollte es eigentlich ein Kinderspiel sein, ihr
Auftreten zu verhindern. Diese Anschauung berücksichtigt nur nicht die menschliche
Psyche! Häufigste und wichtigste Ursache des Emphysems ist zweifellos das (inhalative)
Zigarettenrauchen: Wer nicht raucht, hat ein nur sehr geringes Risiko, jemals an einem
nennenswerten Emphysem zu erkranken! Es sei denn, es fehlt ihm das Enzym
a1-Proteasen-Inhibitor (a1-PI) im Blut: Dann - und nur dann - besteht auch beim Nichtraucher ein
ernstzunehmendes Risiko, an Emphysem zu erkranken. Wenn jemand mit Mangel an a1-PI dann aber
auch noch raucht…!
Haupaufgabe der Präventionsmedizin ist es also, die Menschen,
insbesondere die jungen Menschen, davon zu überzeugen, dass es besser ist, gar nicht erst
mit dem Rauchen zu beginnen bzw. schnellstmöglich wieder damit aufzuhören. Dass
das ein schwieriges Unterfangen ist, weiss heute eigentlich jeder! Die Präventionsmedizin
entwickelt also Programme, erforscht Gewohnheiten, prüft Möglichkeiten, Menschen das
Nichtrauchen schmackhaft zu machen und Ähnliches.
Ausserdem erforscht sie die günstigen oder ungünstigen Einflüsse
anderer Faktoren und versucht auf politischer Ebene für die Betroffenen eine bessere
Situation zu schaffen: Insofern ist es tatsächlich eine moderne Medizin: Mit dem
Bild des guten, alten "Onkel Doktors" im weissen Kittel hat das
nicht mehr viel zu tun!
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Inzwischen hat der Gesichtspunkt der Vorbeugung oder
Prävention tatsächlich Fuß gefasst: Krankenkassen, Pharmakonzerne und Politiker
wetteifern darum, wer am besten und effektivsten die Menschen von krankmachendem
Verhalten abbringen kann;-)
Trotzdem ist es leider Tatsache, dass immer mehr junge Menschen zur Zigarette greifen -
wer Kinder hat, kann ein Lied davon singen…
Das sollte allerdings niemanden davon abhalten, sich in diesem scheinbar aussichtslosen
Kampf weiter zu engagieren: Jedes Mädchen, jeder Junge, jeder Mann und jede Frau,
die/der das Rauchen einstellt oder gar nicht erst beginnt, ist ein Erfolg, fast jeder davon
ist ein Atemwegs- oder Lungenkranker weniger!
Im weiteren Sinne gehört zur Prävention auch Vermeidung
und Behandlung von Infektionskrankheiten, Aufklärung über Allergien und Umweltgifte,
Beschäftigung mit Ernährung, Sport, Lebensführung…
Unsere Kapitel Ursachen, Leben
mit der Erkrankung bzw. gegen
die Erkrankung und seelische Aspekte
zeigen Ihnen hier weitere Einzelheiten auf.
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Ein besonderes Kapitel stellt
natürlich auch hier wieder das
A1-PI-Mangelemphysem dar! Der Punkt Rauchen ist -
wie oben erwähnt - noch wichtiger als beim nicht mit diesem Enzymmangel belasteten Menschen;
als zweiter, entscheidend wichtiger Punkt kommt hier aber hinzu, dass man ja erst einmal
diese Menschen mit dem genetischen Enzymdefekt herausfinden muss. Und hier tun sich
erhebliche Probleme auf! Man vermutet z.B. in Deutschland einige tausend Menschen mit
diesem Erbdefekt - und nicht alle bekommen ein Emphysem! Soll man nun 80 Millionen
Bürger durchuntersuchen, um die wenigen rechtzeitig herauszufiltern? (es gibt ja auch
noch andere Defekterkrankungen)
Oder soll man nur Patienten mit Emphysemverdacht entsprechend untersuchen? Wo fängt man
mit den Tests an? Damit kommen wir direkt in die Problematik der Screeninguntersuchungen.
Jedenfalls ist es wichtig, - da ist man sich heute einig - dass alle Menschen, die nahe Angehörige
mit so einer Krankheit haben, untersucht werden sollten. Ausserdem werde ich einen entsprechenden
Test durchführen, wenn ein Patient mit Emphysemzeichen relativ jung ist (etwa unter 50 Jahre)
und nicht oder wenig geraucht hat. Auch das Röntgenbild
kann einmal einen Hinweis geben, weil das A1-PI-Mangelemphysem oft ein wenig anders auf
dem Bildschirm aussieht als ein "normales" Emphysem |
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Screening: Die Entwicklung von Früherkennungsmethoden
stellt sowohl beim "Raucheremphysem" als auch beim A1-PI-Mangelemphysem eine
vorrangige Aufgabe dar. Bedenken Sie doch, dass ein einmal aufgetretenes Emphysem
durch seine strukturellen Veränderungen an Lunge und Atemwegen grundsätzlich
nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Was bleibt anderes übrig,
als es so rechtzeitig wie möglich zu entdecken, die verursachenden Faktoren
auszuschalten und die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen?
Das Problem beginnt
aber damit, dass - wie wir oben
gesehen haben - die Krankheit praktisch immer schleichend beginnt. Wenn der Kranke sich
dessen so richtig bewußt wird und zum Arzt geht, ist das Emphysem oft schon
weit fortgeschritten. Es gilt hier also, die Menschen - und zwar insbesondere auch
die Haußärzte! - dahingehend zu informieren und zu sensibilisieren, dass sie auf die
Zeichen eines beginnenden Emphysems achten: Und das heisst in erster Linie: Eine wenn
auch noch so geringe Kurzatmigkeit und Mattigkeit bei an sich unerheblichen körperlichen
Belastungen. |
Wenn es gelingt, hier eine Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein zu schaffen, dass Luftnotgefühl
nie normal ist und immer untersucht werden muss, ist schon viel gewonnen. Der Hausarzt
sollte auch ganz gezielt danach fragen und selbst zuerst an ein Emphysem denken.
Diesen Aufgaben haben sich u.a. die lungenfachärztlichen Gesellschaften angenommen, sie bieten
Fortbildung für Doktor und Patient mit diesen Zielen.
Auch die Pharmaindustrie,
sonst eher bekannt für die Herstellung von Medikamenten hat
die Wichtigkeit dieser Dinge erkannt und bietet Infomaterial und Aufklärungskampagnen an.
Auch diese Webseite ist einer solchen Kampagne der Firma
Bayer-Vital
zu verdanken. Aus demselben Haus stammen einige hervorragende
Informationsmaterialien, die Sie
bei uns oder bei Bayer-Vital anfordern können.
Auch andere Pharmafirmen, Fachgesellschaften, Medizinportale im Internet, Printmedien, Rundfunk und
Fernsehen bemühen sich hier um Aufklärung und Information.
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Aber dies alles ist erst der erste Schritt eines wirksamen Screenings! Wenn man
jetzt die "Verdächtigen" herausgefiltert hat, kann man die eigentlichen
Screening-Untersuchungen durchführen: Eine solche Untersuchung soll schnell
ablaufen, ungefährlich und schonend sein, billig und jederzeit überall
anzuwenden. Und dann soll sie auch noch möglichst exakte Ergebnisse erbringen!
Sie sehen, das ist alles gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Beim Lungenemphysem bzw. bei der
COPD ist erfüllt diese Kriterien in allererster Linie die einfache Lungenfunktionsprüfung
(Spirometrie). Wer in dieser sekundenschnell und
völlig ungefährlich durchführbaren Untersuchung auffällt, kann dann
ausführlicher mit den Methoden der
großen Lungenfunktion und anderen
ärztlichen Untersuchungstechniken begutachtet werden. |
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