Die respiratorische Insuffizienz

Wenn die Tätigkeit der Lunge nicht mehr ausreicht, um genügend Sauerstoff für die Gewebe bereit zu stellen, spricht man von einer respiratorischen Insuffizienz. Man unterscheidet zwei Formen:

  1. respiratorische Partialinsuffizienz
  2. respiratorische Globalinsuffizienz

Bei der Partialinsuffizienz (PI)ist der Sauerstoffgehalt (genauer: Sauerstoffpartialdruck PaO2) zu niedrig (normal ~ 65 bis 90 mmHg), ein effektiver Sauerstoffmangel im Gewebe beginnt unterhalb von etwa 60 mmHg, Werte unter 50 mmHg sind bedrohlich. Man kann die Werte hier nur ungefähr angeben, da je nach individuellen Faktoren die Werte etwas unterschiedlich anzusetzen sind (in der Lungenfunktion rechnet das jeweils der Computer aus). Der Kohlendioxidgehalt (Kohlendioxidpartialdruck PaCO2) bleibt bei der PI aber im normalen Bereich (zwischen 35 und 40 mmHg), d.h. es besteht zwar ein Sauerstoffmangel, es sammeln sich aber keine giftigen Produkte an.

Bei der wesentlich gefährlicheren Globalinsuffizienz (GI) kommt zum Sauerstoffmangel noch der zunehmend ansteigende Kohlendioxidgehalt des Blutes hinzu. Vor allem wenn der Wert über 50 mmHg ansteigt, wird es problematisch. Das ist bei der GI, die meist auf eine schwere COPD hindeutet, leider oft der Fall, wenn sich der Patient zuviel Sauerstoff zuführt. Dann steigt zwar der PaO2 an (was gut ist), es steigt aber auch der PaCO2 an (was u.U. sehr gefährlich werden kann). Es kann zur CO2-Narkose kommen: der Patient wird schläfrig und dämmert langsam weg. Wenn nicht sofort eine Beatmung durchgeführt wird, kann man so versterben! Deshalb sollte man nie selbständig den Sauerstoffhahn aufdrehen, vor allem nicht, wenn man sich nicht mehr unter Kontrolle hat, wie z.B. im Schlaf. Dann immer nur den Wert einstellen, der vom Arzt verordnet wurde!

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