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Prolastin®
 

Substituationstherapie mit α1-Proteinaseninhibitor, eine wichtige therapeutische Option für bestimmte Patienten.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.12.2008

Prolastin®

Möglichkeiten einer Substitutionstherapie mit Alpha-1-Proteinaseninhibitor (α1-Pi; der ältere Name ist α1-Antitrypsin)

Die Erkenntnis, dass bei manchen Emphysempatienten ein Enzym im Blut fehlt, führte zur Entwicklung einer Ersatzbehandlung mit eben diesem Stoff. Das hört sich großartig an, ist es auch - für einige Menschen! - , stellt aber leider nicht die Lösung des Problems "Emphysem" dar.
Der Enzymmangel ist nämlich nur bei einem sehr kleinen Teil der Kranken die wesentliche Ursache. Es ist zwar bisher der Nachweis erbracht worden, dass sich die Blutwerte durch eine - lebenslange - Behandlung (derzeit nur in Form wöchentlicher Infusionen möglich) deutlich verbessern lassen. Schwieriger sieht es schon beim Nachweis aus, dass sich dadurch auch tatsächlich der Krankheitsverlauf entsprechend verbessert. Es gibt allerdings darauf sehr hoffnungsvolle Hinweise.
Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang ein Artikel von Prof.Dr.N.Konietzko??? (entweder als PDF-Datei von www.emphysem.de (Acrobat Reader erforderlich) oder als HTML-Datei von unserem Server).
Die Herstellung bzw. Gewinnung des Stoffes aus menschlichem Spenderblut (bzw.Plasma) ist extrem aufwändig, deshalb gibt es immer wieder Probleme mit dem Vorrat und - leider auch mit den Kosten...

Eines soll hier angemerkt werden: Dies ist keine Webseite der Firmen Bayer-Vital oder Talecris, obwohl diese in dankenswerter Weise unser Projekt unterstützen bzw. unterstützt haben! Ohne die Hilfe dieser beiden Firmen wären Emphysem-Hotline und www.emphysem.info nicht möglich gewesen. Deshalb stellt diese Extraseite über das Talecris-Produkt Prolastin® gleichzeitig einen Dank an unsere Sponsoren dar.
Prolastin® ist das einzige bisher auf dem Markt befindliche Enzymersatzmittel, und es stellt deshalb einen ganz wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Behandlung des Lungenemphysems dar. Aber - bisher zumindest - leider nur für einen verschwindend kleinen Teil unserer Kranken!
Diese Seite ist von Ärzten gemacht, die letztlich nur ihren Patienten und ihrem Gewissen verantwortlich sind. Und wir erleben Tag für Tag die große, bedrückend große Zahl an Menschen, die unter teilweise schwerer Atemnot leiden - denen man aber leider nicht mit diesem Medikament helfen kann. Diese Bemerkung soll einen Hinweis auf die Bedeutung des α1-Pi-Faktors aus ärztlicher Sicht geben.

Viele Einzelheiten zum Thema α1-Pi-Mangelemphysem finden Sie übrigens auf dieser Seite. Deswegen hier nur Infos zur Behandlung mit Prolastin®!
Nun aber einiges zum Präparat selbst. Man hat herausgefunden, dass nur Kranke mit ausgeprägtem α1Pi-Mangel von der Behandlung profitieren, vor allem dann, wenn die Lungenfunktion noch nicht zu stark eingeschränkt ist.
Auch Patienten mit mittelschwerem Lungenemphysem sollten - einen nachgewiesenen Mangel vorausgesetzt - behandelt werden. Ein Grund, auf diese Behandlung zu verzichten, ist übrigens die Weiterführung des Zigarettenrauchens! Aber auch eine Unverträglichkeit von Blutprodukten kann ein Hindernis sein. Der Patient erhält lebenslang wöchentlich 60mg/kg Prolastin HS als Infusion, d.h. ein 75-Kilo-Mann 4500 mg, also 4,5 g, bzw. eine 65-Kilo-Frau 3,9 g. Nebenwirkungen kommen glücklicherweise nicht allzu häufig vor. Der Enzymspiegel sollte unmittelbar vor der nächsten Infusion in einem bestimmten Bereich (>35% des "Normalwertes") liegen.
Unter einer derart langfristig und konsequent durchgeführten Behandlung sieht man, dass sich der Fortschritt im Krankheitsverlauf (gemessen insbesondere an der Lungenfunktion) verlangsamt.

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Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz